Über 20 mal kommt der Deutschen Bundestag jährlich in Berlin zusammen. Für uns Bundestagsabgeordnete bedeutet das Anwesenheitspflicht in Berlin. Die anderen Wochen des Jahres sind der politischen Arbeit im Wahlkreis gewidmet. Dies ist mir äußerst wichtig und ein fester Bestandteil im Terminplan. In meinem Bürgerbüro in Rastatt kümmern meine Mitarbeiterinnen und ich uns um die verschiedensten politischen Belange von Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden, Unternehmen usw. Einen Eindruck gibt die nachstehende exemplarische Terminübersicht einer "Wahlkreiswoche". Eine Auswahl stets aktueller Termine finden Sie in der Rubrik
Termine.
Wenn ich in Wochen, in denen in Berlin keine Sitzungen stattfinden, im Wahlkreis bin, steht vor allem das Gespräch im Rastatter Wahlkreisbüro an, um Projekte und Bürgeranfragen zu besprechen sowie die inhaltliche Vorbereitung auf die kommende Woche.
Am Vormittag besuche ich beispielsweise Unternehmen oder Einrichtungen in der Region, etwa ein Mädchenheim in Gernsbach, die ARGE oder einen Hersteller von homöopathischen Pharmaprodukten in Baden-Baden. Häufig stehen auch Besuche beim Landrat, den Oberbürgermeistern oder den Bürgermeistern im Wahlkreis auf dem Programm. Wir sprechen dabei über Verkehrskonzepte, Bildungseinrichtungen, Betreuungsangebote, die finanzielle Situation der Gemeinden hinsichtlich Gewerbesteuer und der Unternehmenssteuerreform und Themen der Region im Allgemeinen. Am Nachmittag besuche ich dann zum Beispiel die Betriebsratssitzung eines örtlichen Unternehmens. Außerdem nehme ich in meiner Funktion als Mitglied des AWO-Vorstands in regelmäßigen Abständen an den abendlichen Sitzungen der Arbeiterwohlfahrt teil.
Manche Dinge ändern sich nie. Bei mir ist es das „In die Schule gehen“. Nach meiner eigenen Schulzeit war ich lange Lehrerin an einer gewerblichen Schule. Nun besuche ich als Abgeordnete wieder regelmäßig das Klassenzimmer, um über meine Arbeit als Bundestagsabgeordnete zu berichten und mich den Fragen der Jugendlichen zu stellen. Diese Termine sind für mich besonders wichtig und ich stelle immer wieder fest, dass es kein wirksameres Mittel gegen Politikverdrossenheit gibt, als den direkten Dialog. Gerade für den bildungspolitischen Bereich meiner Arbeit nehme ich aber auch jedes Mal viele neue Erkenntnisse aus solchen Gesprächen mit nach Berlin.
Und natürlich gibt es wieder Arbeit im Bürgerbüro: Entscheidungen über Termine in den Wahlkreisorten müssen gefällt werden, ich halte mich durch die Lektüre der in unserer Region erscheinenden Tageszeitungen auf dem Laufenden und führe viele Gespräche mit Menschen aus der Partei, dem öffentlichen Leben oder Bürgerinnen und Bürgern, die entweder spontan vorbeikommen oder einen persönlichen, manchmal auch telefonischen Termin mit mir vereinbart haben. Abends lädt der SPD-Kreisverband Rastatt/Baden-Baden regelmäßig zu Mitglieder- oder Vorstandstreffen ein. .
Mit meinen Mitarbeiterinnen im Wahlkreisbüro stimme ich die eigene Medienarbeit ab. Hin und wieder bin ich in einer der Redaktionen in Rastatt oder Baden-Baden zu einem Interview oder werde von überregionalen Tageszeitungen und Radiosendern telefonisch interviewt. Manchmal schaut ein Kamerateam eines bundesweiten Senders bei mir vorbei und filmt mich bei der Arbeit. Am Abend nehme ich etwa einmal pro Woche an einer Ortsvereinssitzung teil, um dort den „Bericht aus Berlin“ abzugeben, mit den Parteimitgliedern zu diskutieren und wertvolle Anregungen mitzunehmen.
Den Vormittag verbringe ich im Büro, bearbeite E-Mails und erledige andere angefallene Dinge. Langfristige Projekte, beispielsweise meine mittlerweile traditionelle Sommertour, bedürfen der vorausschauenden Planung, dies erledige ich gemeinsam mit Nina Weber und Renate Schwarz, meinen beiden Wahlkreisbetreuerinnen. Auch die regelmäßige Bürgersprechzeit, die immer vorab in den Medien angekündigt wird, kommt gut an: Die Bürgerinnen und Bürger können dann mit mir über ihre konkreten Probleme und Anliegen sprechen. Wenn andere den Wochenausklang einläuten, beginnt für mich oft noch eine weite Reise: Mehrmals im Jahr geht es dann für das Wochenende zu Kreis, Landes- oder Bundesparteitagen. Nicht selten bin ich auch von anderen Bundestagsabgeordneten oder Mitgliedern der Länderparlamente zu Veranstaltungen über „meine Themen“ eingeladen. Mehr dazu finden Sie in der Rubrik
„Unterwegs“.
Arbeitsfreie Wochenenden habe ich nur selten. Freitag- oder samstagabends sind oft Veranstaltungen der örtlichen Vereine, Jahreshauptversammlungen, Jubiläen, Konzerte, Ehrungen etc. Natürlich ist es mir nicht immer möglich, allen Einladungen nachzukommen. Aber ich versuche schon, bei wirklich wichtigen Veranstaltungen dabei sein zu können. Dennoch: Es gibt keinen Grund zur Klage. Ich bin mit Herz und Seele gern dabei und habe mir diesen Beruf ganz bewusst ausgesucht. Ein voller Terminkalender gehört dazu. Mich ärgert nur manchmal, wenn ich die pauschalen (Vor-)Urteile über „die faulen Politiker“ höre. Würden Sie tauschen wollen?
Nicolette Kressl, MdB
Wahlkreisbüro
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Tel.: 0 72 22 - 78 83 55
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