Sozialdemokratie von morgen
Das Netzwerk Berlin
Mit Brigitte Zypries bei einem Netzwerk-Abend
Das Netzwerk Berlin ist ein Zusammenschluss von mittlerweile etwa 50 SPD-Bundestagsabgeordneten. Neben der "Parlamentarischen Linken "und dem parteirechten "Seeheimer Kreis" ist es die dritte Gruppierung innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion. Es wird SPD-intern den Reformern zugerechnet und hat während der Zeit der rot-grünen Regierungskoalition den Kurs von Bundeskanzler Gerhard Schröder aktiv unterstützt.
Das Netzwerk wurde nach der Bundestagswahl 1998 von zehn SPD-Abgeordneten im Alter von 23 bis 43 Jahren gegründet. Es gilt bis heute als Zusammenschluss einer eher jüngeren Abgeordnetengeneration, obwohl die Mitgliedschaft nicht an ein bestimmtes Alter geknüpft ist. Seit 2002 bin ich im Netzwerk Berlin aktiv und auch Mitherausgeberin der Zeitschrift
„Berliner Republik“.
Auf der Grundlage der Werte der Sozialdemokratie - Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität - wollen wir Netzwerker die Zukunft gestalten. Dazu brauchen wir neue, zeitgemäße Ideen und intelligente Lösungen, die wir als Teil der jungen Generation gemeinsam mit anderen entwickeln. Wir versuchen, Antworten auf die Fragen und Herausforderungen der im Umbruch befindlichen, dynamischen Gesellschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu finden. Der gesellschaftliche Wandel, die zunehmende Individualisierung, die Pluralisierung der Lebensstile und die soziale Desintegration, aber auch die wachsenden Möglichkeiten der Bildung, des technikgestützten Informationszugangs, der Mobilität und internationaler Erfahrungen erzeugen neue Denk- und Sichtweisen. Sie verändern neben den Inhalten auch politische und kulturelle Formen und Arbeitsweisen. "Heilige Kühe" gehören auf den Prüfstand, politische Ziele, Instrumente und Strategien der Umsetzung sind weiter zu entwickeln.
Wir Netzwerker setzen uns mit den drängenden Fragen der Bindungs- und Orientierungskraft sozialdemokratischer Partei- und Regierungspolitik auseinander. Wir wollen klären, welche Rahmenbedingungen und Regeln wir dafür schaffen müssen und mischen uns aktiv in die Programmdebatte der SPD ein.
In jeder Bundestags-Sitzungswoche findet ein offenes Netzwerk-Treffen im Reichstagsgebäude statt, bei dem mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien oder Kultur diskutiert wird. Dabei erhebt das Netzwerk den Anspruch, „über die Tagespolitik hinaus“ zu denken. Darüber hinaus werden in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert- oder der Hans-Böckler-Stiftung eine Reihe von Kongressen, Konferenzen, Seminare und Tagungen veranstaltet, die zumeist außerhalb der Bundeshauptstadt stattfinden.
Zuletzt habe ich Anfang Mai 2010 ein Netzwerk-Treffen mit dem Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Dr. Martin Wansleben, moderiert. Rund 40 Besucherinnen und Besucher diskutierten einen Abend lang über das Thema „Subventionen – Schmerzmittel mit Suchtgefahr“.