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Bildung und Forschung

Weiterbildung

Seminarveranstaltung

Weiterbildung und Lebenslanges Lernen gewinnen in der Wissensgesellschaft zunehmend an Bedeutung. Die Anforderungen der Unternehmen an die Flexibilität der Arbeitnehmer sind auch hinsichtlich des Kompetenz- und Wissenserwerbs massiv gestiegen.

Die laufende Beschleunigung des wissenschaftlich-technischen und sozioökonomischen Wandels sowie die permanente Verkürzung der Halbwertzeit von Wissen haben dazu geführt, dass es bereits heute nicht mehr ausreichend ist, eine Berufsausbildung abzuschließen und dann bei dem einmal erworbenen Wissensstand stehen zu bleiben. Vielmehr ist jeder einzelne mehr denn je auf einen dauerhaften und kontinuierlichen Wissenserwerb angewiesen, um den dynamischen Qualifikationsanforderungen der Arbeitsmärkte Rechnung zu tragen, aber auch, um in immer komplexer werdenden sozialen Zusammenhängen Orientierung und Gestaltungsfähigkeit zu behalten. Für die Lebenschancen jedes und jeder einzelnen, aber auch für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands insgesamt, wird es in Zukunft mehr denn je entscheidend sein, dass wir es schaffen, alle Lernpotenziale unserer Gesellschaft auszuschöpfen.

Deutschland hat gerade bei der Weiterbildung einen enormen Nachholbedarf. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei der Weiterbildungsbeteiligung auf einem der hinteren Ränge. Gerade einmal 42 Prozent der Deutschen beteiligen sich an Weiterbildungsmaßnahmen. Andere europäische Länder kommen hier auf Quoten von 70 bis 80 Prozent.

Aus diesem Grund haben wir uns als SPD-Bundestagsfraktion das Ziel gesetzt, Weiterbildung in Deutschland zur vierten Säule des Bildungssystems auszubauen. Als einen ersten Schritt wollen wir in der Koalition das sogenannte Link "Weiterbildungssparen" umsetzen.

Im Laufe der Legislaturperiode wollen wir dieses Instrument durch weitere Maßnahmen ergänzen. Für die SPD steht hier etwa die Frage einer echten zweiten Chance für junge Menschen ohne schulischen oder beruflichen Abschluss ebenso im Vordergrund wie die Frage einer zügigen Überprüfung der bestehenden Weiterbildungspraxis der Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Verwendung der BA-Überschüsse. Auch die Überlegungen einer Umwandlung der Arbeitslosenversicherung in eine Beschäftigungsversicherung und einer langfristigen Einführung von Lernzeitkonten müssen ernsthaft ausgestaltet werden.

© Nicolette Kressl, MdB - Deutscher Bundestag - Platz der Republik - 11011 Berlin