Im internationalen Vergleich befindet sich Deutschland mit seinem Schulsystem, das fast ausschließlich auf Halbtagsschulen baut, in einer Sonderrolle. Im europäischen und außereuropäischen Ausland sind Ganztagsschulen so verbreitet, dass es dafür keinen eigenen Begriff gibt. Dort bedeutet "Schule" ganz selbstverständlich, dass Schülerinnen und Schüler auch am Nachmittag unterrichtet und betreut werden.
Mit dem
Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" (IZBB) haben wir das größte Schulbauprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik gestartet. Der Bund unterstützt die Länder in den Jahren 2003 bis 2007 mit insgesamt vier Milliarden beim Auf- und Ausbau des Ganztagsschulangebotes.
Das Programm ist ein wichtiger Impuls für eine grundlegende Erneuerung des Schulsystems in Deutschland. Ganztagsschulen sind die richtige Antwort auf die schlechten Ergebnisse deutscher Schulen bei der PISA-Studie und bilden die Basis für notwendige Reformen im Bildungswesen: Sie ermöglichen bessere Bildung für alle Kinder unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund. Sie schaffen Zeit und Raum für die Förderung individueller Talente und für eine bessere Betreuung weniger lernstarker Schülerinnen und Schüler. Und sie sind unverzichtbar, um Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. Alle 16 Länder erhalten Mittel aus dem Programm, so dass der flächendeckende Ausbau des Ganztagsschulangebots angestoßen ist.
Das Programm hat Fahrt aufgenommen. Von den Mitteln des Bundes profitieren bis dato knapp 6.000 Ganztagschulen. Das ist ein großer Erfolg.
Nicolette Kressl, MdB
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