08.01.2009 - Vier Tage lang erlebten 50 Mitglieder des Bühler ambulanten Palliativdienstes „Pallium e.V.“, des Mittelbadischen Sängerkreises, des Blasmusikverbandes Mittelbaden und des Betriebsrates der Stadtwerke Rastatt in Berlin Politik hautnah. Das Bundespresseamt habe auf ihre Anregung für die Besuchergruppe ein informatives wie auch abwechslungsreiches Programm vorbereitet, so die SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen, Nicolette Kressl.

Bei einer an politischen Gesichtspunkten orientierten Stadtrundfahrt durch das Regierungs- und Botschaftsviertel, entlang geschichtsträchtiger Gebäude und Anlagen habe sich die Gruppe auf das winterliche Berlin eingestimmt, um am nächsten Tag das Reichstagsgebäude mit dem Herzstück des Parlaments, dem Plenarsaal, zu erkunden.
Ein Höhepunkt der Tagung war zweifellos die Diskussion mit Nicolette Kressl: Nachdem diese zunächst ihren Alltag als Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen geschildert hatte, entspann sich ein lebhafter Dialog zu den Themen Finanzkrise und Vereinsbesteuerung. Beim Informationsgespräch im Bundesministerium der Finanzen konnten die Besucher weitere Einblicke in die aktuelle Finanzpolitik gewinnen, aber auch in die Geschichte des Hauses sowie den Aufbau und die Organisation des Ministeriums.
Nachdenklich stimmten die Besuche von zwei Gedenkstätten: Zeitzeugen führten durch die ehemalige zentrale Untersuchungsanstalt der Stasi, die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, und konfrontierten die Gruppe dabei mit emotionalen Schilderungen. In der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, wo in der Nacht vom 20. Juli 1944 Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg hingerichtet wurde, vermittelte man den Besuchern ein sehr differenziertes Bild der vielfältigen Formen des Widerstands.
Um das Programm kulturell abzurunden, startete die Gruppe in der Deutschen Kinemathek eine Reise durch die Filmgeschichte – Stummfilm-Diven, Filme in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus, Marlene Dietrich – und genoss im Anschluss die aktuelle Sonderausstellung „Loriot. Die Hommage“.
Bei der Rückfahrt im Zug wurden die vielen, neuen Eindrücke angeregt diskutiert. „Demokratie ist für uns jetzt nicht mehr nur ein abstrakter Begriff.“, war man sich einig. Und: „Jede einzelne Bürgerin, jeder einzelne Bürger trägt Verantwortung.“